GERÜSTE AM „NEUBAU“ UND AM VERWALTUNGSGEBÄUDE VERRATEN ES: IN DER ALTEN BAUMWOLLE WIRD GERADE AN MEHREREN FRONTEN FLEISSIG GEWERKELT.

Er hat sich in den vergangenen Monaten bereits Stück für Stück verändert – der „Neubau“ in der Alten Baumwolle, in dem gerade ein modernes neues Einkaufszentrum entsteht. Der marode Shed-Anbau ist abgerissen worden, an seine Stelle tritt nach und nach ein Neubau, der im 90-Grad-Winkel durch einen weiteren neuen Anbau ergänzt wird. Auch im Hauptgebäude, das historisch bedingt „Neubau“ heißt, aber neben den wirklichen Neubauten inzwischen eigentlich eher der Altbau ist, gehen die Arbeiten gut voran. Das ehemalige Sockelgeschoss ist verschwunden, so dass Erdgeschoss und erste Etage jetzt ein Stockwerk bilden. Dafür wurden auch die durchgängigen Säulen verstärkt. Die Dachsanierung ist bereits in vollem Gange, zudem werden neue Fenster eingebaut. In Kürze wird der Innenausbau in die heiße Phase gehen, auch Parkplatz und Anlieferungszone sind bald dran. Bei den Flöhaern wächst derweil die Vorfreude auf das neue Einkaufszentrum. Nicht nur die Kinder, die von ihren Eltern aus der Kita „Baumwollzwerge“ abgeholt werden, werfen regelmäßig neugierige Blicke auf die Baustelle. Ob die Weihnachtsgeschenke dieses Jahr vielleicht genau hier gekauft werden? Auch schräg gegenüber, am Verwaltungsgebäude mit der markanten Uhr, ist jetzt ein Baugerüst zu sehen. Hier hat im Juni die Sanierung der Fassade begonnen. In den nächsten Monaten wird das Gebäude nicht nur eine schick sanierte Außenfront bekommen, sondern auch neue Fenster und in Teilen ein neues Dach. Besonders spannend wird die Instandsetzung der Uhr. Hierfür braucht es Spezialisten – ein Restaurator wurde bereits angeschrieben. In enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz soll die Uhr originalgetreu wiederhergestellt werden, damit sie wieder richtig tickt, wenn perspektivisch die Stadtverwaltung in das Haus einzieht und es somit zum neuen Rathaus wird. Spannende Zeiten in der Alten Baumwolle.

 

 IM INTERVIEW: MARTIN NEUSS, VERTRETER DES „NEUBAU“-INVESTORS

Es tut sich gerade viel am „Neubau“ in der Alten Baumwolle. Wie gut sind Sie mit den Arbeiten bisher vorangekommen? 

Ich bin durchaus zufrieden. Der Abbruch des alten Nebengebäudes ist abgeschlossen und wir haben an dieser Stelle mit dem Neubau begonnen. Beim Hauptgebäude kommt die Sanierung gut voran. Das Dach ist zum Beispiel schon halb fertig, auf der Rückseite werden gerade die Fenster eingebaut. Im Sommer werden dann die Ausbaugewerke, also Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektroinstallation, im Mittelpunkt stehen. Auch der Parkplatz wird noch ein größeres Stück Arbeit. Aber wir liegen relativ gut im Plan. 

Im Moment ist es ja vielerorts schwierig, Baufirmen zu finden. Es herrscht eine große Auslastung im Baugewerbe, die natürlich auch die Preise in die Höhe treibt. Spüren Sie das auch? 

Ja, das ist im Moment sehr stark zu spüren. Ich habe so etwas in meiner langjährigen Tätigkeit noch nie erlebt. Zusagen von Baufirmen werden plötzlich wieder zurückgezogen, man bekommt generell viele Absagen und nur wenige Angebote bei Ausschreibungen. Die Überauslastung treibt auch tatsächlich die Kosten in die Höhe. Aber bisher ist es uns trotzdem gelungen, größere Verzögerungen oder gar Stillstände auf der Baustelle zu vermeiden. 

Wann genau ist nach jetzigem Stand die Eröffnung geplant? 

Ziel ist weiterhin eine Übergabe Ende Oktober. Das ist sportlich, aber wenn man sich keine ehrgeizigen Ziele setzt, dann kommt auch kein gutes Ergebnis dabei heraus. Die Mietverträge sind schon alle unterschrieben. Auch beim Ballenlager, für das wir inzwischen ebenfalls einen Bauantrag gestellt haben, gibt es schon einen Mieter. Dass beim Umbau alles so gut läuft, ist auch der tollen Zusammenarbeit mit Stadtverwaltung, Landratsamt und Denkmalschutzbehörden zu verdanken. Bei keinem Bauprojekt habe ich jemals eine so große Unterstützung bekommen wie hier in Flöha. 

 

 

Virtueller Rundgang durch die Alte Baumwolle

Hier können Sie die Gebäude der Alten Baumwolle erkunden.